Textile Armbänder selbst gemacht!

von Klaus Weissenberg am 16. November 2012

Modisch unverzichtbar sind momentan natürlich textile Armbänder. Sie herzustellen und zu designen ist keine Schwierigkeit. Im Gegenteil: Da stehen uns so viele Materialien zur Verfügung, dass man in Farben und Formen regelrecht schwelgen kann und die Designideen von alleine sprudeln. Schwieriger ist hingegen die Frage der Anbringung des Verschlusses. Man kann unter verschiedenen Varianten wählen: Möglich sind Knoten, Klebehülsen oder Klemmen. So ein Klemmverschluss bietet den schnellsten Einstieg, damit kommt jeder problemlos zurecht. Entscheidet man sich für die Klebehülsen, so empfielt sich die Verwendung von einem guten Zweikomponentkleber oder einem professionellem Schmuckkleber. Für unser hier vorgestelltes Designprojekt verwenden wir Klemmelemente.

Als Ausgangsmaterial stehen verschiedene Bänder zur Verfügung: Satin- und Organzaband, gewachste Baumwolle, Seidenband, Lederschnur, Veloursband, zurechtgeschnittene Stoffreste, etc. Ihrer Phanstasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt und sicher finden Sie in Ihrem Nähzeug oder der heimischen Geschenkpapierschublade so einiges, was sich an Ihrem Arm besser machen wird. Wir wollten ein blau-türkises Armband und haben einige Bänder zurecht gelegt, die man dazu verwenden könnte.

Um die Länge des Armbandes abschätzen zu können, legt man ein Band locker um das Handgelenk und mißt anschließend die Länge. Je nachdem wie oft Sie das Band um das Handgelenk schlingen möchten, schneiden Sie die Bänder entsprechend zurecht.  Für den Verschluß müssen Sie ca. 1 cm einrechnen.  Entweder kann man nun die Bänder pur zu einem Armband zusammen fügen oder verziert das eine oder andere noch mit Perlen. Bitte bedenken Sie hierbei die Fädellochgröße. Um sie mit Perlen zu bestücken, eignet sich die dünne Baumwollschnur oder das etwas starre Leder bei weitem am besten. Möchten Sie verhindern, dass die Perlen darauf hin- und herrutschen, so kann man sie mit einem einfachen Knoten sichern, muss dann allerdings etwas Länge beim Zurechtschneiden zugeben. Für unser Armband haben wir ein dünnes Baumwollband mit Metallspacer bestückt und kleine facettierte Glasrondelle auf Stahlseide gefädelt, komplettiert wird der Entwurf durch ein Organzaband.

Anschließend ordnet man die Bänder an. Breitere Bänder sollten natürlich unter den dünnen liegen. Der Umgang mit den Klemmelementen ist einfach; man kürzt alle Bänder nochmals auf die gleiche Länge und legt sie anschließend  in die Klemme, dabei soll die offene Seite der Klemme nach oben zeigen. Obwohl die Naht nach dem Zusammenklemmen kaum sichtbar ist, sollte sie aus ästhetischen Gründen doch verdeckt direkt auf der Haut liegen. Bei unserem Beispielband bedeutet dies, dass die dünnen Bänder zuerst eingelegt werden und das Breite oberauf liegt. Nun kann man schon von Hand die Flügel ein wenig zusammendrücken. Danach empfiehlt sich der Einsatz einer rillenfreien Zange, um den Klemmverschluss endgültig fest zu verschließen. Danach kürzt man überstehende Enden nochmals, so dass die Bänder nicht über die Klemme hinaus schauen.  Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Bänder auch zusätzlich in der Klemme mit Klebstoff sichern, bevor er die Flügel der Klemme verschließt.

In die Öse des Klemmelements wird ein offener Biegering und danach der eigentliche Verschluss eingehängt. Dazu eignet sich ein Karabinerhaken besonders gut. Aber selbstverständlich kann man alle gängigen Verschlüsse benutzen, auch ein Federring oder ein S-Haken leisten hier gute Dienste. Und voila, fertig. Wer mag kann noch einen „Anker“ an der Schließe anbringen, so dass der Verschluß auf der Innenfläche des Armes bleibt und nicht um das Handgelenk wandert. Der Anker ist eine kleine Perle oder schon ein fertiger Anhänger, welchen man direkt an den Verschluß des Armbandes mittels Biegering befestigt.

Die Fertigung macht solchen Spaß, dass man süchtig werden könnte. Es spricht übrigens auch gar nichts dagegen, Stränge mit Zuchtperlen oder Rocailles in die Bänder mit einzuflechten! Oder Edelsteinperlen? Alles möglich und alles möchte ausprobiert werden!

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